Einsendungen Kostüm-Design 2015, Preisträger 2015

Pride and Prejudice – Marja K., Dortmund

Empire Bild

Englisches Regency Kleid, 1800/1805 angelehnt an den britischen Film „ Pride & Prejudice“ (Dezember 1995) nach dem Roman „Stolz und Vorurteil“ von Jane Austen. Regie führte Ang Lee, Kostümbildner John Bright erhielt für die Kleider 1996 den Oscar.

Die Filme, die nach den Vorlagen von Jane Austen entstehen, haben seit fast 20 Jahren eine große Inspiration auf mich ausgeübt. In „Stolz und Vorurteil“ fasziniert mich die Leichtigkeit der pastellfarbenen Stoffe, die duftigen Farben und die Einfachheit, in der die Protagonisten sich beim Tanz bewegen können. Um ein Kleid nach diesem Film entstehen lassen zu können habe ich in dem Buch „Napoléon et l’Empire de la Mode“ von Martin Lanchester Anregungen für den Entwurf eines Tageskleides gesucht.

Die Tafel „ Costume Parisien“ mit dem dazugehörigen Federhut erschien mir für die Hauptdarstellerin Elizabeth Bennet umgewandelt auf ein Kleid für mich besonders passend.

Passend auf meine Köpermaße habe ich einen Papierschnitt gefertigt und schneide die Stoffe danach zu. Alle Stücke werden von Hand zur Anprobe geriehen und das Kleid wurde außer den beiden langen Innennähten komplett von Hand genäht. Zum Nähen verwende ich alte Seidenfäden, die ich meistens auf Stoffmärkten oder Messen kaufe.

Für die Stoffe wählte ich 1,50 Meter antike zum Teil handgestickte Brautseide, die ich auf einem Flohmarkt in Paris gefunden hatte und verwendete diese für das Bustieroberteil. An manchen Kanten ist die Seide schon stark angegriffen, diese habe ich mit einem alten Seidenfaden rekonstruiert. Die typische Form des Figur umspielenden Bustiers ist unterlegt mit 1,20 himbeerfarbenen Futterstoff, an den Halskanten mit 100 kleinen Swarowskisteinen in zart rosaner Farbe.

Der Rücken ist mit drei Knöpfen versehen, zur Halterung habe ich drei Wäscheknopflöcher gefertigt. Für das typische Unterbrustband kam ein 130 Jahre altes Seidensamtband in altrosa Farbe zur Verwendung, das einst zu einer Aussteuertruhe gehörte. Das Band endet in einer genähten Schleife.

Für den Rock habe ich einen alten Vorhang aus altrosa Baumsatin gewählt, der in der Mode der 30er Jahre gekrinkelt wurde. Der eingenähte unterlegte Unterrock ist aus leichter chamoisfarbener Brautseide. Um den kürzeren Überrock als Eycatcher zu präsentieren, kam ich auf die Idee, Gaze mit rosa und dunkelrosa Blütenmotiven zu verwenden, die eigentlich für Sommervorhänge in englischen Landhäusern verwendet werden.

Das Kleid ist leicht auf dem Körper und für einen Sommernachtsball sehr passend. Selbstverständlich darf auch ein passender Hut nicht fehlen. Der Rohling eines neuzeitlichen Strohhutes wurde zu einer Schute passend zum Jahr 1805 umfunktioniert und komplett mit dem altrosa Bezug eines Paradekissens bezogen. Als Blumedekor kamen Papierblumen einer Dekogirlande hinzu und Straußenfedern. Alles habe ich mit langen Fischernetznadeln von Hand an das Stroh genäht und als Schließbänder den Rest des antiken Seidensamtbandes verwendet.

Um das historische Bild abzurunden, trage ich pastellfarbene Ballerinas, blickdichte weiße Seidenstrümpfe, zartrosane überellenbogenlange Handschuhe ( antik ca 1890 aus den USA) und eine Petit Point handgenähte Abendtasche. Auch ein Sonnenschirm mit Rüschen darf ebenso wenig fehlen, wie das obligatorische Paisley-Tuch das zu dieser Zeit nicht nur die Französinnen, sondern auch die britischen Damen zurzeit von „Sinn und Sinnlichkeit“ trugen.

Arbeitszeit: Entwurf ca 5 Stunden
Schnittfertigung ca 4, 5 Stunden
Handgenäht Hut: 18 Stunden
Handgenäht Kleid : ca 60 Arbeitsstunden

Fertiges Kleid fotografiert in der Ausstellung „Wider Napoleon“
Schloss Cappenberg 2014


Weitere Einsendungen: Die HerzoginDas Mädchen mit dem Perlenohrring


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4 Kommentare zu “Pride and Prejudice – Marja K., Dortmund

  1. Noah Alterra

    Just from a Jane Austen Book! Where can I buy those things???? Wonderful hat!!!! Please show more of her costumes!!!

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