Best of Textilkunst 2017

Sporttasche – Gabriele K., Nürnberg

2016-03-27 (Copy)Ich sende Ihnen Bilder von einer Sporttasche, die ich für meinen Enkel entworfen und genäht habe. Dabei habe ich soviel Material wieder verwertet wie nur ihrgend möglich.

Innentasche sowie alle aufgesetzten Innentaschen sind aus Jeans, Sporthosen etc. Selbst der Reißverschluss ist aus einer alten Winterjacke heraus getrennt und so noch einmal zum Einsatz gekommen. Aussentasche besteht aus festem Canvas, sowie Baumwollstoff mit Motiv. Lange habe ich nach einem passenden Schnitt für diese Sporttasche gesucht. Vorgabe meines Enkels (7) war: groß genug für die Fussballschuhe, Fächer für Kleinkram, wenn möglich Aussentaschen, und bitte nicht so kindisch Meine Schwiegertochter ergänzte das ganze noch mit dem Wunsch einer großen Eingriffsfläche.
Viele Schnitte wurden begutachtet, durch dacht und wieder verworfen. Letztendlich habe ich mich dann hingesetzt und angefangen zu planen, zeichnen und zu tüfteln. Herausgekommen ist diese Sporttasche die mir, meiner Meinung nach, gut gelungen ist. Gr0ß genug für Sportschuhe, Schoner, Handtuch, entliche Innentaschen für wertvolles, rundum auf der Aussentasche aufgesetzte Taschen (Stoff Fussballmotiv) selbst die Seitenteile wurden noch für Taschen genutzt. Durch den sehr langen Reißverschluss lässt sich die Tasche am oberen Rand umlege, und hat so einen sehr gut Eingriff und mit einem Blick sieht man alles was in der Tasche verborgen ist. Alle Materialien sind waschbar, heißt das gute Stück kann komplett in die Waschmaschine. Durch eine Schabrackeneinlage sind Boden und Seitenteile stabilisiert, die Tasche ist trotzdem leicht und gut zu transportieren. Sie hält auch gut mal ein paar Tritte aus, wenn nach einem verlorenem Spiel der Frust abgebaut werden muss. Außerdem, der wohl wichtigste Faktor ein absolutes Einzelstück, dass einen hohen Erkennungswert hat.

Mehr kann ich Ihnen zu dieser Tasche nicht erzählen, mein Enkel liebt  sie und nimmt diese Tasche zu jeder Sportveranstaltung mit. Ich nähe sehr gerne nach dem Prinzip: der Stoff sagt mir was er werden will. So ging es mir auch hier mit dieser Tasche. Viele Ideen kommen während des nähens. Oft werden Planungen über den Haufen geworfen, da ich einer Eingebung folge, die mir durch den Kopf schiesst. Ich werde oft nach dem Schnitt eines genähten Teiles gefragt, meist gibt es keinen Schnitt. Die Tasche etc ist einfach während des nähens gewachsen. Und selbst wenn ich nach Schnitten arbeite, merke ich sehr schnell was für mich Sinn macht oder auch nicht, und dann werden die neuen Ideen mit eingearbeitet. Ich darf ohne Übertreibung behaupten, dass Schlüsselband, dass heute von fast jeder Näherin mit in Taschen eingearbeitet wird, ist auf meinem Mist gewachsen. Schon in 2014 als ich erste kleine Nähversuche startete, und auf Flohmärkten verkaufte, hatte ich dieses Schlüsselband mit Karabiner in meine Shopper mit eingenäht. Damals sagte eine Kundin zu mir, da hat aber jemand mit gedacht. Und erst da wurde mir richtig bewußt, die Idee ist gut. Seitdem gibt es fast keine Tasche mehr von mir, ohne Schlüsselband. Die Idee wurde gerne von vielen Näherinnen übernommen.

Zu meiner Person:
weiblich, verheiratet (seit Okt 16), 2 Kinder, 2 Schwiegerkinder, 1 Enkel geboren 1957 Handarbeit hat mit während meiner langen „Karriere“ als Schmerzpatient manche Nacht geholfen nicht zu verzweifeln, irgendwann ging das stricken nicht mehr, die Hände spielten nicht mehr so mit dann fing ich vor ca 4 Jahren an mir das nähen mit einer alten Maschine bei zu bringen. Daraus wurde eine Leidenschaft. Mittlerweile betrachte ich alles was ich so sehe mit anderen Augen. Wie ist das gemacht, kann man daraus noch was machen? Im Bus starre ich ständig Leute an, bzw deren Taschen um wieder eine Idee zu erhalten Gottseidank habe ich einen geduldigen Mann, und ein sehr großes Nähzimmer. Kittyoma, der Name wurde mir von meinem Enkel gegeben. Als er gerade anfing mit sprechen. Er hat zwei Omas, beide heißen Gaby, beide sind gut gebaut, beide hatten zu dem Zeitpunkt dunkle Haare. Wenn es hieß wir gehen zu Oma, wußt er nicht, welche ist gemeint. Dann merkte er, beide Omas haben Katzen. Eine Tinka und eine Kitty. So wurde ich Kittyoma. Ich fand das so toll, dass ich diesen Namen richtig stolz als den Namen meines kleinen Gewerbes genommen habe. Es gibt tatsächlich Kunden, die damit ein Problem haben. Die möchte kein Label auf dem Oma steht. Macht nichts, andere lieben es. Jetzt aber genug.

Machen sie sich bitte selbst ein Bild, ob meine Tasche in ihr Konzept
passt und eines Preises würdig ist 🙂
Ich freue mich darauf von Ihnen zu hören.

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