Best of Textilkunst 2017

Aufbewahrungsbuch 2 (Serie „Buddha“) – Barbara H., Neuenburg

Unbenannt3 (Copy)Mixt Media Aufbewahrungsbücher

Entstehung der Idee

Warum so etwas Altmodisches wie ein Aufbewahrungsbuch? Wo wir doch alles einscannen oder sonst wie auf dem Computer festhalten und abspeichern können.

Mit meinen Aufbewahrungsbüchern möchte ich ganz bewusst einen Gegenpol zu unserer virtuellen Welt setzen. Der Mensch ist ein sinnliches Wesen. Er will anfassen, riechen, schauen, staunen.

Wie schön ist es, in Erinnerungen zu schwelgen und dabei etwas in der Hand zu halten: Längst vergessene alte Kino- oder Konzerteintrittskarten, eine aufgehobene Rechnung von einem besonders schönen Abendessen usw…

Aber wohin mit all dem ganzen Sammelsurium? Und wie wiederfinden? Eine Schachtel, in der alles kunterbunt durcheinanderliegt? In ein Album kleben und hässliche Uhuflecken riskieren? Und was ist dann mit Anfassen und Riechen? Die Lösung kam in Sicht, als ich eines Tages einen Buchbinderkurs besuchte, bei dem auch traditionelle japanische Buchbindung auf dem Programm stand. All das herrliche, handgeschöpfte Papier, das als Einband diente und dazu die zarten, doppelt gefalzten Seiten aus Seidenpapier. Und plötzlich war eine Idee geboren. Was wäre, wenn ich die Seiten einfach andersherum binden würde, so dass daraus lauter kleine Einstecktaschen würden. Und natürlich müssten die Einbände aus den vielen Mixt Media Techniken bestehen, die ich mir all die Jahre in vielen Workshops bei namhaften Textilart-Künstlern angeeignet habe bzw. die ich mir durch Experimentieren mit diversen Materialien selbst erarbeitet habe? So entstand die Idee zu meinen Aufbewahrungsbüchern.

Materialien der Serie „Buddha“

Industriefilz, Papier, Backpapier, Wachs, Perlen , Nähseide, Sticktwist

Grundprinzip

Die Basis der drei eingereichten Aufbahrungsbücher ist immer derselbe Aufbau:

Auf einen Industriefilz habe ich mit Acrylfarben bedrucktes Papier aufgekleistert, mit der Nähmaschine benäht, von Hand bestickt und beperlt. Dies ergibt jeweils den Umschlag des Buches.

Jeweils das Photo einer Buddhastatue habe ich schwarz-weiß photokopiert, diese auf Aquarellpapier gekleistert und die Konturen mit weißem Nähgarn mit der Nähmaschine abgenäht. Danach habe ich das benähte Bild mit geschmolzenem Bienenwachs überzogen, mit  Wachspastell Farben bearbeitet und mit dem Heißluftfön so angeföhnt, dass sich die Farbe mit dem Wachs verbunden hat und die Nähmaschinenkonturen in den Wachs eingebettet sind. Diese Konturen habe ich nach dem Erkalten eingeritzt und nochmals mit Farbe und Fön bearbeitet. Die fertige Wachsplatte wurde gefirnist, damit sie nicht klebt bzw. geschützt ist und schlussendlich mit der Nähmaschine auf den Grundumschlag genäht.

Das Innenleben der Bücher sind jeweils sechs gefalzte und zugeschnittene weiße Backpapierbögen, die mit der Nähmaschine so eingenäht sind, dass insgesamt 24 kleine Taschen entstanden sind, in die man die gesammelten Andenken hineinlegen kann. Jedes Aufbewahrungsbuch ist ca. 18 x 20 cm groß.

Zu Aufbewahrungsbuch2:

Der Umschlag besteht aus selbst eingefärbtes rotes und mit einer Lage Wachs versehenes Papier, auf das ich mit Nagellack aufgetropfte Punkte, die ich mit der Nähmaschine konturiert habe, versehen habe. Die auf der Wachsplatte (s.o.) vorhandenen Blüte habe ich als Motiv für den Umschlag wieder aufgenommen und entweder als ganze oder nur in Teilform ungewachst auf den Umschlag appliziert. Die aufgenähte Wachsplatte ist zweigeteilt: die Hälfte eines Buddahgesichtes und die andere Hälfte mit dem Locher bearbeitetes und gewachstes Papier mit Blütenmotiv. Das Innenleben besteht aus gefalzten Backpapierbögen(s.o.).

Weitere Einsendung(en):

Aufbewahrungsbuch 1 (Serie „Buddha“) – Barbara H., Neuenburg

Aufbewahrungsbuch 3 (Serie „Buddha“) – Barbara H., Neuenburg

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