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Salome – Andrea T., Hannover

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ANDREA TOMASZEWSKA
HERBST/WINTER 15/16
„SALOME“ steht für die Eleganz starker, sinnlicher und unabhängiger Frauen. Gekennzeichnet wird in der Kollektion „SALOME“, der Flair um die Geschichte der Salome und deren Illustration von Beardslay, gepaart mit dem Einfluss der 1970er. Zwei gegensätzliche Zeiten die in dieser Kollektion Einklang finden. Der Stil dieser Kollektion wird durch lange, statische Silhouetten gekennzeichnet, die einen Hauch Mystik verleihen und durch starke dunkle Farben unterstrichen werden. Kontrast setzten die gezielt „versteckten“ hellen gegensätzlichen Farben, die subtil hier und da zum Vorschein kommen und im ganzen, erst auf den zweiten Blick wahrzunehmen sind. Durch starke Accessoires, wie einer Kopfbedeckung in Form eines Turbans beispielsweise, wird die Verbindung beider Thematiken erzeugt und so zum Ausdruck der Kollektion. Vereint werden verschiedene geschichtliche Elemente der Frau, durch die Erzählung der Salome wird die Femme Fatale in den Fokus gerichtet und verknüpft wird dieses mit der Frau der 70er und dem Zeitgeist von heute. Auch stilistisch werden die beiden Stile aufgegriffen und eine Parallele wird geknüpft und in dieser Kollektion vereint. Das Outfit was ich aus der Kollektion ausgewählt habe und gefertigt habe, vereint alle Einflüsse und ist das Sinnbild der gesamten Kollektion

INSPIRATION
Meine Inspiration zu der Kollektion „SALOME“ war in erster Linie die Geschichte um Salome und die passenden Illustrationen von Beardsley. Salome ist eine Geschichte über eine junge Frau, die um Ihre Reize weiß und diese einsetzt, um das zu bekommen, wonach Sie strebt. In der Literatur wird Salome als Femme fatale bezeichnet, was dazu führt das ich mich mit diesem Thema auseinandergesetzt habe. So entstand der Leitgedanke zu dieser Kollektion: „Was verstehen wir unter einer Femme fatale?“ In der heutigen Zeit sehen wir die „Femme fatal“ als wunderschöne, unnahbare und undurchschaubare Frau, die um Ihre Reize weiß und diese auch einsetzt und somit die Männer ins verderben führt. Sie ist geheimnisvoll und durch ihre Aura fesselt sie, sie ist die Demonische Verführerin, die gewünscht wie gefürchtet wird. Diese Doppelbögigkeit macht sie so geheimnisvoll wie unheimlich. Der Urgedanke einer Femme fatale ist in die Zeit um 1900 zurückzuführen, zur Zeit des Fin de siecle und der Dekadenz.
„Die femme fatale spiegelt das prikäre der männlichen Situation. In Zeiten entsprechender Verunsicherung und Orientierungslosigkeit hat dieses Bild Konjuktur. Das trifft zweifellos für das allgemeine Kriesenbewusstsein um 1900 zu. Das gleichermaßen für unsere Zeit gilt, die sogenannte Postmoderne, ist wahrscheinlich“
heißt es bei Carola Hilmes in Ihrem Buch „ Femme Fatale : ein Weiblichkeitstypus in der nachromantischen Literatur“ weiter heißt es:
„ Mit der Femme fatale werden keine Wesensbestimmungen der Frau geliefert sondern es wird ein Wunsch- und Angstbild des weiblichen entworfen, das in der Zeit des Fin de siecle seine markanteste Ausprägung erfährt. Als Ästhetischer Typus ist sie Spiegel und Movens des damals Herrschenden Bewusstseins“
Man reduziert die Frau auf Ihren Körper und Ihre Macht dadurch über dem Mann. Freud schreibt zu diesem Thema in „Das Tabu der Virginalität“
„Nicht nur der erste Koitus mit dem Weib ist Tabu, sondern der Sexualverkehr überhaupt,beinahe könnte man sagen, das Weib sei im ganzen tabu.(…) Vielleicht ist diese Scheu darin begründet, dass das Weib andres ist als der Mann, ewig unverständlich und geheimnisvoll, fremdartig und darum feindselig erscheint. Der Mann fürchtet, vom Weibe geschwächt, mit dessen Weiblichkeit angesteckt zu werden und sich dann untüchtig zu zeigen“
Im Grundgedanken der Femme fatal ist über Emanzipation und der Unabhängigkeit zum Mann nicht zu denken. Ich habe über diesen Urgedanken der Thematik nachgedacht, über die Ästhetik der Illustrationen der Salome von Beardsley und habe eine Verknüpfung zu den 70er Jahren geschaffen. Die 70er Jahre stehen für den Aufbruch der Unabhängigkeit der Frau vom Mann. In dieser Zeit gibt es auch eine Reihe von Frauen die Sinnlich und Geheimnisvoll sind wie Bianca Jagger oder Lulu de la falaise. Man kann sie auch als die Femme fatale der 70er bezeichnen. Es ist die Weiterentwicklung und Unabhängigkeit der Frau, die ich in dem Kontext einfangen will. Auch Ästhetisch sind Verbindungen zu den Illustrationen von Berdsley zur Geschichte der Salome zu ziehen. Der FolkloreNostalgie- stil mit den weiten Schnitten und Mustern, der in den 70ern Modern ist, erinnert an die Muster und die Gewänder die Beardsley in Salome illustriert. Eine Parallele die ich gerne aufgreife und in die heutige Zeit transportiere. In Zeiten wie diesen, wo die Frau vor allem in den Medien für Ihren Körper steht. „Die Attraktive Powerfrau mit möglichst wenig Kleidung und bitte schön „Sexy“. Egal für was beworben wird, ein lassiver Schlafzimmerblick fehlt fast nie. Die Diskussion über das enge Rollenrepertoire von Frauen im Gegensatz zu einer stärkeren Ausdifferenzierung bei Männern zieht sich nun schon über die Jahrzehnte, ebenso die Klagen über den Jugend- und Schönheitswahn der Werbung“ (Holtz-Bacha 2011, S. 17). Neben den eingeschränkten Rollenmöglichkeiten für Frauen zeigt die Werbung extreme Bilder davon, wie Frauen heute aussehen sollten, um Gesellschaftlich akzeptiert zu werden.
Man definiert sich über den Körper und erzeugt eine Unnatürlichkeit. Mit der Kollektion „Salome“ möchte ich dagegen treten und die Schönheit und die Eleganz der starken Frau von heute gerecht werden. Man beeindruckt nicht mit dem Körper, sondern der Sinnlichkeit und dem bewussten „bedecken“ des Körpers und der nicht Notwendigkeit, der Anpassung der Gesellschaft. Aktuell erleben wir auch ein 70er Rivival in Mode und Lifstyle, was zu längeren Schnitten und weiten Silhouetten führt, weg von dem Medienspektakel. Geheimnisvoll, Sinnlich mit einem Hauch Nostalgie gepaart, mit der Stärke und Moderne der Frau, entsteht so eine Subtile Rebellion gegen den Nonsens des aktuellen Zeitgeistes der Frau in den Medien.

KUNDENPROFIL
Die Kollektion „SALOME“ richtet sich an starke, unabhängige und trotzdem sehr Feminine Frauen, die sich individuell und trotzdem Elegant, mit einem Hauch Lässigkeit für den Abend kleiden wollen. Man legt wert auf Ästhetik, Material und Stil und genießt die Aufmerksamkeit, die man durch den Kleidungsstil erregt. Dieses Kundenprofil führt einen schnelllebigen, Kosmopolitischen Lifestyle und probiert sich gerne aus. Diese Frauen leben in Urbanen Großstädten und möchten sich von der Masse am Abend subtil abheben, mit einer gewissen Extravaganz. Mit den Verschiedenen Einflüssen dieser Kollektion, entsteht so ein Mix aus Stil und Zeit, gepaart mit der Moderne der Frau die es trägt. So bildet Kollektion und Kundin eine Synergie und erlangt so den perfekten Ausdruck. Unter den Kunden finden sich Business Frauen die wert auf Design legen, Mode begeisterte, Intellektuelle aber vor allem Starke Frauen die sich durch Ihre Weiblichkeit ausdrücken wollen. „SALOME“ ist geheimnisvoll, elegant, Stark und trotzdem Modern so wie die Frau die es trägt.

UMSETZUNG
„SALOME“ ist eine Kollektion für die Frau von heute die sich sinnlich und Elegant für den Abend kleiden möchte. Die Einflüsse dieser Kollektion beziehen sich auf die Illustrationen von Beardsley zur Geschichte der Salome, wo man Gewänder, fast organische Ornamente sieht und doch sehr Statische Silhouetten . Diesen Einfluss habe ich mit den 70er Jahren verknüpft wo man auch eine Parallele sieht und eine Kollektion entwickelt, die durch lange Schnitte, fast statische Silhouetten , dunklen Farben und subtil hervorschauenden helle Kontraste, sich definiert. Der Schnitt ist lang von dem ausgewählten und gefertigen Outfit und erinnert an ein Gewand, auf den ersten Blick wirkt es schlicht aber bei näherem hingucken erkennt man spielerisch verborgene Elemente, fast geheimnisvoll wie die Attitüde einer Femme fatale. Der Stoff ist fließend, doch es findet sich eine Ambivalente an Material wieder, was die Facettenvielfalt der Kollektion widerspiegeln soll. Die Farbpalette ist in erster Linie Dunkel, doch den Kontrast setzt der Türkise helle Samt, der subtil gesetzt ist, fast verborgen was die Thematik um die Femme fatale aufgreifen soll. Stickereien finden sich beim genauen hingucken wieder und zwar im Futter des Mantels. Merkmal dieser Kollektion ist auch die Kopfbedeckung die sich in verschiedensten Formen eines Turbans äußert wie auch in dem gewählten Outfit, wo der Materialmix wieder zur geltung kommt. Auch Fransen sind eine Elementarer Teil dieser Kollektion. Im ganzen steht „SALOME“ für die natürliche Schönheit und Sinnlichkeit der modernen Frau von heute, die durch ihre Attitüde und ihre Stärke verführen will und sich Unabhängig und doch trotzdem sehr Feminin ausdrücken möchte.

 

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