Best of Nähen & Schneidern 2018, Endrunde 2018

Une Robe à la Grace Kelly – Anika L., Grafenberg

FotoGK3Nähen ist wie zaubern können. Ich finde es wunderbar Ideen und Inspirationen in eigene Schnitte umzusetzen und mir so meine textilen Wünsche und Träume selbst erfüllen zu können.

Bei diesem Kleid wurde ich durch einen Song inspiriert. Als ich diese wunderschöne Ballade im Radio hörte, sah ich mich in einem eng taillierten Kleid mit zauberhaft weit schwingendem Tüllrock über die Tanzfläche schweben. Ein Kleid im Stil einer der großen Hollywood Diven der 40er und 50er Jahre. Im Stil von Grace Kelly.

Angelehnt an Diors „New look“ sollte es ein Bustierkleid mit schmaler Taille und weitem Tellerrock werden. Das Bustieroberteil aus bordeauxfarbenen Taft ist gefüttert und mit Einlagen und Miederstäbchen verstärkt. Darüber habe ich sechs Teile aus doppellagigem, gleichfarbigem Tüll frei drapiert. Dies war wohl der aufwendigste Teil des Kleides der viel Handarbeit erforderte.  Verschlossen wird dieses Kleid im Rücken bis zur Taille durch ganz besondere, handgefertigte Knoten- oder Schlingenknöpfe, an welchen ich mich hierbei das erste Mal versucht habe. Ab der Taille schließt dann ein unsichtbarer Reißverschluss den weiten Rock.

Beim Tanzen muss solch ein Rock natürlich wunderbar im Takt der Musik schwingen. Daher entschied ich mich für einen weiten Tellerrock aus Taft, an der Taille in tiefe Falten für mehr Volumen gelegt. Darüber vier lagen Feintüll.

Wie praktisch, dass man den auch in 3m Breite kaufen kann, somit gibt es keine störende Naht im Tüll. Diese 3x3m große Stücke habe ich zu sehr weite Tellerröcke geschnitten, deren weiter Bund in viele kleine Fältchen gelegt ist. So erhält das Kleid Blickdichte und schönes Volumen. Ein Petticoat ist eigentlich nicht mehr nötig.

Nun fehlt nur noch die Gelegenheit um „Perfect“ zur Musik in dem bordeauxfarebenen Traum aus Taft und Tüll über die Tanzfläche zu schweben.

 

Noch ein paar Worte zu mir:

Was mich am Nähen und Schneidern so sehr fasziniert ist die Vielfältigkeit, wie unterschiedlich Textilien in Form und Farben kombiniert werden können. Wie daraus entstandene Kleidung, Stile und Lebensgefühle oder gar ganze Zeitepochen repräsentiert werden können.

Zwar habe ich meine ersten Nähversuche schon im zarten Kindesalter gestartet, in Form von z.B.: handgenähter Puppenkleidung. Allerdings bin ich der „Nähsucht“ erst vor ca. drei Jahren mit einem „Großprojekt“ so richtig  verfallen. Seither suche ich mit jedem neuen Projekt Herausforderungen um neue Techniken autodidaktisch zu erlernen und anzuwenden. Ich mag es feminin und elegant. Daher bediene ich mich bei meinen Projekten gern an Stilelementen aus den 40er und 50er Jahre. Am liebsten fertige ich meine eigenen Schnitte an, wandle aber auch gern Vorhandene ab.

Zurückhaltend auffallend sollen meine Kleider sein. Für mich ist jedes etwas Besonderes, denn wenn ich mein fertiggestelltes Werk betrachte, erinnere ich mich gern daran zurück, was mich dazu inspirierte und was ich künftig besser machen kann. 😉

Weitere Einsendung(en):

Petticoat meets pink roses

Verführung in Rot

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