Best of Nähen & Schneidern 2018, Endrunde 2018

Petticoat meets pink roses – Anika L., Grafenberg

PrettyPink1Sehr oft inspiriert mich ein Stoff, wenn ich ihn sehe oder fühle. So zum Beispiel bei den Vorhängen meiner Oma. Mich hat das zarte Zusammenspiel zwischen Rosenmotiv, Farbe und der weich samtigen Haptik schon vor ein paar Jahren fasziniert, als meine sie ihr Schlafzimmer mit diesen Vorhängen ausstattete. 

Nun hatte Omi sich langsam an den Vorhängen satt gesehen und ich hab meine Chance gewittert.

Daraus sollte ein Petticoatkleid werden. Hierfür habe ich den Schnitt meines „Grace Kelly“ Kleides leicht abgewandelt. Das Oberteil wurde mit Einlagen und Miederstäben verstärkt und hält alles schön wo es hingehört. Im Rücken wird das Kleid durch eine aufwendige Miederschnürung auf Figur der Trägerin gebracht und ist somit leicht größenvariabel. Der Tellerrock ist am Bund in sehr tiefe Kellerfalten gelegt und bringt so schön Volumen ins Kleid.

Ergänzend habe ich noch ein Kurzjäckchen designt. Meine persönliche Herausforderung war der Kelchkragen. Bei meinem ersten Versuch eines Solchen war ich nicht sehr zufrieden mit dem Ergebnis, dass wollte ich beim nächsten Mal besser machen. Und zu diesem Projekt passte es einfach perfekt. Das Kurzjäckchen hat Dreiviertelärmel mit kleinen Schlitzen zum Ellenbogen hin. Biesen an den Schulterpatten wirken elegant. Der leichte Stand der Ärmel rundet den Vintagelook ab.

Sowohl Jacke, als auch das Kleidoberteil sind mit roséfarbenen Satin gefüttert.

Damit der Rock auch schön Stand hat, habe ich dazu noch einen Petticoat aus richtig steifen Petticottüll genäht (ganz blödes Zeug). Nun hat das Kleid tolles Volumen.

Ich freue mich schon jetzt auf den Frühling um dieses zauberhafte Ensemble zu tragen und Oma freut sich auf ein helleres Zimmer, hat ja nun endlich freie Sicht 😉

 

Noch ein paar Worte zu mir:

Was mich am Nähen und Schneidern so sehr fasziniert ist die Vielfältigkeit, wie unterschiedlich Textilien in Form und Farben kombiniert werden können. Wie daraus entstandene Kleidung, Stile und Lebensgefühle oder gar ganze Zeitepochen repräsentiert werden können.

Zwar habe ich meine ersten Nähversuche schon im zarten Kindesalter gestartet, in Form von z.B.: handgenähter Puppenkleidung. Allerdings bin ich der „Nähsucht“ erst vor ca. drei Jahren mit einem „Großprojekt“ so richtig  verfallen. Seither suche ich mit jedem neuen Projekt Herausforderungen um neue Techniken autodidaktisch zu erlernen und anzuwenden. Ich mag es feminin und elegant. Daher bediene ich mich bei meinen Projekten gern an Stilelementen aus den 40er und 50er Jahre. Am liebsten fertige ich meine eigenen Schnitte an, wandle aber auch gern Vorhandene ab.

Zurückhaltend auffallend sollen meine Kleider sein. Für mich ist jedes etwas Besonderes, denn wenn ich mein fertiggestelltes Werk betrachte, erinnere ich mich gern daran zurück, was mich dazu inspirierte und was ich künftig besser machen kann. 😉

Weitere Einsendung(en):

Une Robe à la Grace Kelly

Verführung in Rot

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