Best of Nähen & Schneidern 2018

Leihkleid – Yvonne H., Calau

IMG_4352 (Copy)Das Leihkleid habe ich bereits vor 2 Jahren nach einem abgewandelten Schnittmuster aus der Burda genäht. Es glitzert nicht und es ist gar nicht mal so auffällig.. aber es bedeutet mir wahnsinnig viel. Die Borte für das Bindeband und die Paspel stammen aus dem Fundus meiner Oma, sind schon asbachuralt.. und einfach mein Herzstück. Sie begleiten mich schon viele Jahre und ich habe immer darauf gewartet, sie würdig zu platzieren. Bei diesem Kleid war es dann so weit.

Insgesamt habe ich 5 Meter Baumwollsatin und 4 Meter Baumwollbatist vernäht. Ich wollte unbedingt mit Textilfarbe experimentieren und endlich hatte ich die Gelegenheit.

Drei Farben standen mir zur Auswahl, dazu perfektes Wetter und ein Kleidersaum von knapp vier Metern. Beste Voraussetzungen also 🙂
Sechs Stunden habe ich das Kleid in Farbe gedippt, immer in unterschiedlichen Zeitintervallen, bis ich mein Ergebnis erreicht hatte. Das war unglaublich schön, dieser schwere aber elegante Stoff zusammen mit den starken Farben.. prächtig.

Hier habe ich mich auch bei der Verarbeitung ausgetobt. Wenns Außen hübsch ist.. toll, Aber ich liebe einfach das Innenleben selbstgenähter Kleidung. So habe ich alle Nahtzugaben ganz fein mit hauchzartem Batist (zumindest glaube ich es war Batist) eingefasst. Das ist mir hier das Allerliebste gewesen.. Auch jetzt kucke ich einfach gerne ins Kleid und freue mich einfach.

Warum Leihkleid? Wir haben viele Kinder im Freundeskreis und das Kleid ist begehrt. Ich gebe es raus für Einschulungen, Jugendweihen und sonstige Anlässe. Die Mädels freuen sich wahnsinnig und gehen damit unglaublich behutsam um. Und das Beste, das Kleidungsstück bekommt eine Geschichte die immer weiter reicht. Ich gestehe, ein bisschen stolz bin ich schon 🙂

Ein Bisschen was über mich und meine Projekte:
seid ich denken kann, habe ich meine Oma immer nähen sehen.. und mit 5 Jahren lies sich mich an ihre geliebte Nähmaschine. Einfach so, voller Vertrauen. Ich habe mich austoben dürfen nach Lust und Laune und es war ein irres Gefühl, wie der Stoff durch meine Finger und unter die Nadel gezogen wurde. Das geht mir bis heute so und ich fühle mich einfach verbunden.

Jetzt bin ich 30, habe zwei Töchter, 3 Schafe, 2 Hunde und.. meinen Partner 🙂

Das Nähen hat mich immer begleitet. Es war einfach Teil meines Leben und hat mir schon aus so manchen unschönen Lebenslagen herausgeholfen.

Mein größter Wunsch war immer die Ausbildung zum Maßschneider und mir einen Meistertitel zu verdienen. Leisten konnte ich mir das jedoch nie, was ich schmerzlichst bedauere.

Das was ich kann, habe ich mir zum größten Teil selbst, durch Schnittmuster und Ausprobieren beigebracht. Ich liebe das entdecken neuer Techniken und die Möglichkeiten, sie anzuwenden.

Ich möchte hier unbedingt mitmachen! Das war der Gedanke der letzten Tage und was mich hat kämpfen lassen. Meine Wünsche für dieses Jahr sind die Selbstständigkeit mit meiner genähten Kinderkleidung und die Eröffnung eines kleinen Nähgruppe für kreative Kinder.

Wann bekommt man schon die Chance, von Profis kritisiert zu werden? Ich sehe eine unglaubliche Möglichkeit mich weiterzubilden, Kontakte zu knüpfen und um endlich auch mal mit Kreativen ins Gespräch zu kommen, die genauso für das Handwerk brennen, wie ich es tue.



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Im Traum kann ich fliegen

  Mag ich (Herz anklicken)

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