Best of Nähen & Schneidern 2018

Gut gebügelt ist halb genäht – Put a Ring on it Bluse – Meike B., Marburg

IMG_7892 (Copy)Bügeln, das ist ja so ein Thema für sich aber während des Nähens gehört es für mich einfach so dazu, wie Nadel und Faden auch.

Ich bezeichne mich selber gerne als Näh-Monk. Monk? Das ist doch dieser leicht durchgeknallte TV-Ermittler mit den etlichen Ticks und Zwangsstörungen? Ja, ganz genau der ist das. Ich für meinen Teil habe neben dem hochfrequentierten Bügeln ebenfalls noch den ein oder anderen weiteren perfektionistischen ‚Tick‘ beim Nähen (böse Zungen behaupten: „Nicht nur dort!“).

Die gezeigte Bluse ist das beste Beispiel dafür. Sie ist nach dem Schnitt ‚Vignette‘ aus der Schnittmusterzeitschrift Ottobre 05/2016 entstanden. Der Monk in mir ist ausgebrochen, indem ich versuchte, das feine Streifenmuster kontinuierlich über den Kragen und das zweigeteilte Rückenteil laufen zu lassen. So etwas kostet deutlich mehr Zeit und Nerven, aber für mich lohnt sich diese detailverliebte Arbeit immer wieder. Mittlerweile puzzle ich sehr gerne gemusterte Stoffe so zusammen, dass das Auge des geneigten Betrachters auch seine Freude findet. Leider findet man das in einem gekauften Kleidungsstück eher selten, also bin ich an dieser Stelle auch ein ganz großer Fan von ‚Mach’s dir selbst‘.

Kleine Blusen-Trivia hierzu: Das schicke Teilchen, übrigens meine erste jemals genähte Bluse, habe ich auf meinem Bewerbungsfoto getragen UND es hat mir Glück gebracht. Den Job hatte ich in der Tasche.

Zum Nähen gekommen bin ich bereits im zarten Alter von 10 Jahren. Auch schon davor war keine Handarbeit vor mir sicher. Schneiden, Sticken, Töpfern, Häkeln – nichts konnte mich aufhalten. Nach ein paar Jahren Pause habe ich das Nähen dann wieder für mich entdeckt. Mittlerweile konzentriere ich mich sehr darauf, gut passende Lieblingsstücke in meinen Schrank zu bringen, die auch wirklich geliebt und getragen werden. Teils, bis sie auseinander fallen ;). Aufgrund meiner Körpergröße und Statur (stattliche 150 cm) ist es im Laden immer schwierig, passende Kleidung zu finden. Vor allem Jacken und Kleider sind ein nahezu auswegloser Kampf. Hier zu lang, da zu weit und vollkommen absurde Proportionen. Ich bin also sehr froh, mit ein paar Tricks und Kniffen die Schnitte so anpassen zu können, damit sie sitzen, wie sagt man bei uns, „wie ’ne eins.“. Das Schönste ist jedoch, dass ich bei jedem neuen Nähstück immer noch das ein oder andere dazu lernen kann. Hierbei reichen meine ambitionierten Versuche von T-Shirt über Kleid und Jacke bis hin zum selbst entworfenen Korsett für den Konzertbesuch. Was nicht passt, das wird passend gemacht!

Weitere Einsendung(en):

Der Gipfel der Geschmacklosigkeit? – Die schickste Warnweste aller Zeiten (ehrlich!)

Endgegner Stretch-Spitze – ‚Drehkleid‘ mit Kellerfalten und Liebe

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