Best of Nähen & Schneidern 2018

Endgegner Stretch-Spitze – ‚Drehkleid‘ mit Kellerfalten und Liebe – Meike B., Marburg

IMG_8091 (Copy)„Was habe ich mir bloß hiermit selbst angetan?“, diese Frage beschäftige mich während des Nähens dieses Kleides doch das ein oder andere mal.

Von meinen vielen selbsterfundenen Schimpfwörtern fangen wir hier auch lieber gar nicht erst an, wobei ich doch eigentlich immer für mehr Ehrlichkeit beim Nähen bin. Nicht immer klappt alles auf Anhieb, aber wenn ich mir etwas in meinen Dickschädel gesetzt habe, dann wird das auch genau so gemacht!

So habe ich also meine gesammelte Näh-Erfahrung mobilisiert und am Ende dieses wunderschöne Kleid nach einem Schnitt von ‚La Maison Victor‘ zusammengebracht. Verheiratet habe ich die schöne Spitze noch mit einer farblichen passenden Baumwoll-Webware, sonst wäre es vielleicht doch zu gewagt geworden.

Sagt es den anderen Stücken in meinem Kleiderschrank nicht, aber dies ist bisher definitiv mein Liebling.

Angezogen fühle ich mich damit wirklich wie eine Prinzessin, dass es selbstgenäht ist, setzt dem ganzen noch eine Kirsche auf die Sahnehaube (und die Taschen, das KLEID hat TASCHEN!).­

Grundsätzlich finde ich, dass wir alle doch sehr viel stolzer auf das sein können, was wir mit Vorstellungskraft und handwerklichem Geschick geschaffen haben, auch wenn der Weg dorthin vielleicht nicht immer ganz perfekt und geradeaus verläuft. Ich bin also für weniger Zweifel und für mehr ‚Kopf hoch, Brust raus und los stolziert‘.

Zum Nähen gekommen bin ich bereits im zarten Alter von 10 Jahren. Auch schon davor war keine Handarbeit vor mir sicher. Schneiden, Sticken, Töpfern, Häkeln – nichts konnte mich aufhalten. Nach ein paar Jahren Pause habe ich das Nähen dann wieder für mich entdeckt. Mittlerweile konzentriere ich mich sehr darauf, gut passende Lieblingsstücke in meinen Schrank zu bringen, die auch wirklich geliebt und getragen werden. Teils, bis sie auseinander fallen ;). Aufgrund meiner Körpergröße und Statur (stattliche 150 cm) ist es im Laden immer schwierig, passende Kleidung zu finden. Vor allem Jacken und Kleider sind ein nahezu auswegloser Kampf. Hier zu lang, da zu weit und vollkommen absurde Proportionen. Ich bin also sehr froh, mit ein paar Tricks und Kniffen die Schnitte so anpassen zu können, damit sie sitzen, wie sagt man bei uns, „wie ’ne eins.“. Das Schönste ist jedoch, dass ich bei jedem neuen Nähstück immer noch das ein oder andere dazu lernen kann. Hierbei reichen meine ambitionierten Versuche von T-Shirt über Kleid und Jacke bis hin zum selbst entworfenen Korsett für den Konzertbesuch. Was nicht passt, das wird passend gemacht!

Weitere Einsendung(en):

Gut gebügelt ist halb genäht – Put a Ring on it Bluse

Der Gipfel der Geschmacklosigkeit? – Die schickste Warnweste aller Zeiten (ehrlich!)

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