Best of Nähen & Schneidern 2018

Drachen-Hemd – ein Klassiker kriegt Biss! – Sonja W., Schöneiche

Drachen-Hemd_02 (Copy)Bereits als Kind durfte ich mich an der Nähmaschine meiner Mutter versuchen. Aber erst viele Jahre später, nach der Geburt meines zweiten Kindes sollte mich das Nähfieber packen. Erst waren es Faschingskostüme für die Kinder, dann folgten diverse Taschen sowie Accessoires und mittlerweile nähe ich hauptsächlich Lieblingsteile für meine Kinder und gelegentlich für mich.

Besonders spannend finde ich es, klassische Schnitte oder Retro-Modelle abzuwandeln und neu zu interpretieren. Dabei verwende ich besonders gerne ungewöhnliche Stoffe (gerne auch vom Flohmarkt), nutze abgelegte Kleidungsstücke oder erfülle einfach die Träume kleiner Mädchen und Jungs.

Mein Sohn brauchte etwas Ordentliches zum Anziehen, ein Hemd musste her. Natürlich hatte der junge Mann ganz genaue Vorstellungen: so sollte das Hemd Druckknöpfe sowie Taschen haben und von einem Drachen geziert werden.

Keine ganz leichte Aufgabe, aber mit dem Schnittmuster „Safari“ aus dem Buch „Mini Couture“ von Little Miss Y. & Vermiljoen dann doch umsetzbar. Mit ein bisschen Kreativität wurde aus dem Retro-Modell ein stylischer Hingucker.

Als Materialien dienten mir ein abgelegtes, blaues Oberhemd und eine aussortierte, weinrote Bluse. Das Vorderteil des Drachen-Hemdes ist mit aufgesetzten Taschen versehen, die ich mit selbstgemachten Paspeln verziert habe. Durch die mit Paspeln hervorgehobene Teilung des Vorderteils bekommt das Hemd eine eher sportliche Note, was meinem Sohn sehr gefallen hat. Die Plastik-Druckknöpfe habe ich mit dem gleichen Blusenstoff bezogen, aus dem auch die Paspeln gefertigt wurden.

Die größte Herausforderung allerdings waren die Drachen. Als Applikationsvorlage dienten mir Tattoo-Motive aus dem Internet. Mein Sohn sollte sich aus einer von mir getroffenen Vorauswahl einen Drachen aussuchen. Nun, es wurden dann zwei, weil er sich einfach nicht entscheiden konnte: ein kleiner Drache auf einem Ärmel und ein großer auf dem Rücken. Die Vorlagen habe ich grafisch etwas angepasst und dann auf den roten Stoff übertragen. Das Applizieren mit engen Zick-Zack-Stichen war eine echte Geduldsaufgabe. Allein an dem großen Drachen auf dem Rückenteil habe ich über zwei Stunden gearbeitet.

Als das Hemd schließlich fertig war und mein Sohn es anziehen konnte, war er ganz stolz. Wird er gefragt, was seine Mama denn so macht, bezeichnet er mich seitdem als „Näh-Künstlerin“. Einschöneres Kompliment kann man doch eigentlich nicht bekommen…

Weitere Einsendungen:

Elsa & Anna entdecken den Sommer

Retro-Kleid mal anders

 

 

2 gefällt das (ohne Wettbewerbsrelevanz)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.