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Mittelalterliche Näharbeiten – Kopfbedeckung für die Frau – Isabel V., Magdeburg

Unbenannt1 (Copy)Seit 2015 interessiere ich mich für mittelalterliche Kleidung und habe zeitgleich meine Leidenschaft fürs Nähen entdeckt. Von einer Freundin bekam ich ein mittelalterliches Gewand als Geschenk und um die Verkleidung zu komplettieren, nahm ich mir vor, einen Beutel zu nähen, welchen man traditionell am Gürtel befestigt und eine Kopfbedeckung, wie sie die Damen des Mittelalters trugen. Als Inspirationsquelle dienten unter Anderem die unten gezeigten Bilder aus der Google Bildersuche. Als passenden Hintergrund meiner Präsentation habe ich ein Foto des Magdeburger Doms herausgesucht.Weil ich mit meinem mittelalterlichen Gewand die wohlhabende Ehefrau eines Kaufmanns darstellen möchte, darf eine prachtvolle Kopfbedeckung natürlich nicht fehlen. Die Haare offen zu zeigen galt zu der Zeit als verpönt und als Verführung. So haben die Ehefrauen ihre Haare unter Hauben, Tüchern und Kopfschmuck versteckt. Da ich nun eine Nähmaschine zur Verfügung hatte, habe ich diese genutzt, um diese Kopfbedeckung anzufertigen. Die Basis des Kopfschmucks stellt ein Haarband dar (siehe Skizze), welches aus roter Baumwolle besteht und was ich mit einem aufbügelbarem verstärkenden Stoff versehen habe. So bleibt dieses beim Tragen stabil. Die Länge ist auf meinen Kopfumfang abgestimmt, sodass das Band hinter meinen Ohren endet. Anschließend habe ich die Kanten versäumt und weiße Spitze diesen hinzugefügt. Die Ecken der beiden kurzen Enden habe ich jeweils zur Mitte gefaltet, sodass diese nun spitz zulaufen. Die nach innen gefalteten Kanten habe ich dann mit einem engen Zickzackstich festgenäht. Als nächstes folgte dann die Zierborte, welche ich mittig auf dem Band platziert habe. Für den darauffolgenden Schritt habe ich die Hilfe meiner Mutter in Anspruch genommen, da sie eine neuwertige Pfaff Nähmaschine mit einem umfangreichen Repertiore an Stichmustern besitzt. Dank dieser konnte ich ein Stickuster dem Band hinzufügen. Der Schmuckstein in der Metallfassung (siehe Bild) stammt von einer Parfümflasche. Nachdem dies alles getan war, habe ich einen Gummizug per Hand jeweils an den spitz zulaufenden Enden befestigt, um das Band flexibel und gleichzeitig so stabil zu machen, damit es nicht so einfach vom Kopf herunter rutscht. Zu diesem Zweck habe ich mit Heißkleber zusätzlich Gummibänder befestigt, um die Reibungskraft zu erhöhen.

Danach kam der kniffligste Teil – nämlich die dünnen Kunstlederbänder mitsamt der Metallanhänger anzunähen. Dies hat viel Zeit und Nerven gekostet, weil auch die Nadel nur schwer durch die Bänder hindurchging. Zum Schluss habe ich einen Schleier an das Haarband angenäht, dessen Stoff vom Ärmel einer aussortierten Bluse stammt.

Weitere Einsendung(en):

Mittelalterliche Näharbeiten – Beutel für persönliche Gegenstände – Isabel V., Magdeburg

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