Best of Mode-Design 2016

Delicate Lace – Johannes P., Sigmaringen

K800_Delicate Lace 1„Delicate Lace“

Bei meiner Kreation “Delicate Lace“ handelt es sich um ein elegantes, schwarzes, kurzes Abendkleid – gefertigt aus einer feinen Spitze.

Die tragende Inspiration für dieses Kleid ist meine Zwillingschwester Siglinde. Ihre Person und Ihr Wesen inspiriert mich tagtäglich aufs Neue. Sie äußerte den Wunsch ihren Kleiderschrank mit einem „Kleinen Schwarzen“ zu ergänzen – überlies mir designtechnisch komplett freie Hand.

Kurze Zeit später schlenderte ich durch die Straßen von Paris. Zufällig stieß ich auf eine feine, filigrane, wunderschöne Spitze. Ich war begeistert, da ich bisher noch nie eine so schöne Spitze in meinen Händen gehalten habe. Die Entscheidung sie zu kaufen war sofort getroffen.
Auf dem Weg zu der Kasse bemerkte ich schwarze Satinbänder – meine Phantasie war beflügelt. Sie fügte die Spitze und die Satinbänder auf eine spannungsvolle Art und Weise zusammen. Ich hielt meine Gedanken zeichnerisch fest.

Zurück in Deutschland konnte ich es kaum erwarten mich meine Ideen umzusetzen. Ich setzte mich mit meinen Zeichnungen und Entwürfen auseinander und entwickelte das letztendliche Model.
Im nächsten Schritt erstellte ich den Grundschnitt Kleid in der Größe meiner Schwester. Glücklicherweise bot es sich bei einem Heimatbesuch an die erste und einzige Anprobe mit ihr durchzuführen. Die Abänderungen übertrug ich auf den Schnitt und fertigte einen Prototyp, um den Schnitt und die Passform der Modifikation zu überprüfen. Nun konnte die eigentliche Arbeit mit den Originalstoffen beginnen.

Bei dem Kleid war es mir wichtig, dass es eine besondere Verbindung mit dem Körper der Trägerin eingeht und deshalb verzichtete ich auf die Verwendung eines Futters in dem oberen Bereich.
Da die Spitze sehr fein und filigran ist, entschied ich mich sie doppelt zu verarbeiten –ich legte die zweite Schicht Spitze im gespiegelten Rapport über die Erste. Dadurch entstand ein spannendes neues Muster.
Den Bereich um die Brust hinterlegte ich mit einer zarten Lage schwarzem Chiffon.

Die Teilungsnähte im Oberteil verarbeitete ich auf die rechte Seite und ermöglichte dadurch eine saubere Innenverarbeitung. Die Kanten an den Ausschnitten fasste mit einem Schrägband ein.
Auf die nach rechts gearbeiteten Nähte arbeitete ich nun die Satinbänder in feinster Handarbeit auf.

Im Gegensatz zu dem detailverliebten Spitzenoberteil wählte ich einen schlichten Rockteil. Er setzt sich aus zwei Lagen schwarzem, gerafftem Seidenchiffon zusammen und einer Schicht blickdichtem Futter.
Der komplette Chiffonsaum wurde per Hand fein einrolliert. Dies rundet das Kleid ab und verleiht ihm zusätzlich Persönlichkeit und Einzigartigkeit.
Es war sehr spannend für mich das Kleid im Prozess mitzuerleben und an den Herausforderungen, die es bot, zu wachsen. Ein besonderer Nervenkitzel bestand in der Tatsache, dass meine Schwester knapp 400 Kilometer entfernt studiert – ich somit gesehen keine Möglichkeit hatte sie in den einzelnen Teilschritten abzufangen, um die Passform nochmals zu optimieren.
Nach zahlreichen Arbeitsstunden im Bus, in der Bahn, im Bett, in der Schule war der Tag endlich gekommen, an welchem meine Schwester meine Kreation das erste Mal trug. Ich war und bin gerade zu überwältigt, über die harmonische Wechselwirkung zwischen meiner Schwester und dem Kleid.

Ich für meinen Teil bin sehr stolz auf das Ergebnis und freue mich über alles was ich in dem Schaffungsprozess für mich dazulernen durfte.

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