Best of Mode-Design 2018

I‘m not afraid to close my eyes – Kreation 3 – Celia F., Neuwied

Kreation 3 Bild 2 (Copy)Die Kreationen sind Teil der Bachelorkollektion „I‘m not afraid to close my eyes“ die, in Betreuung von Professor Dirk Wolfes, an der Hochschule Trier entstanden ist. Sie soll Blinden und Sehbehinderten einen, für sie zugänglichen, Ansatz in die experimentelle Mode bieten, sowie Sehenden ein Gefühl dafür vermitteln, wie Kleidung erfahren werden kann, wenn die haptischen den optischen Reizen gleichgestellt sind.

Wie baut man einen Bezug zur Mode auf, wenn der optische Reiz in den Hintergrund tritt?“

Zu Beginn meiner Recherche setzte ich mich mit der Farbwelt von geburtsblinden Menschen auseinander, welche Farben mit Sinneseindrücken und Empfindungen verbinden. Darauf basierend, entwickelte ich eigene Farbassoziationen in Collagen, auf denen das Farbkonzept der Kollektion aufbaut. Ich gestalte die Kollektion bewusst bunt, da Blinde, gegensätzlich der Vorurteile, eine eigenen Vorstellung von Farben haben.

Bei der Wahl der Stoffe lag der Fokus auf unterschiedlichen Texturen, die die Farbassoziationen noch zusätzlich unterstreichen. So wird zum Beispiel bei der Farbe Weiß, meine Assoziation von Sterilität, durch kühlen Lackstoff symbolisiert und der Schafpelzteppich, der mich an meine Oma erinnert, durch selbstgeknüpften Wollpelz imitiert.

Im Zusammenhang mit meiner Recherche besuchte ich die Carl-Strehl Schule, das einzigen Gymnasium für Blinde und Sehbehinderte in Deutschland und realisierte mit einer Klasse des Gymnasiums einen Workshop, bei dem die Schüler und ich uns über Kleidung, Mode und deren Bezug dazu, austauschten.

Ich greife die Aussage der Schülerinnen und Schüler auf, dass ihnen vor allem große verschließbare Taschen an Kleidungsstücken wichtig sind.

Die von mir entwickelten Taschen sind abnehmbar, eine neue Lösung zwischen Hand- und Jackentaschen und geben dem Nutzer somit eine erhöhte Kontrolle über seine Wertgegenstände.

In der Entwicklung der Formen stelle ich mich meiner Angst das Augenlicht zu verlieren, mit Hilfe von stark sicht-einschränkenden Kontaktlinsen, die es mir ermöglichen, mich nur über den Tastsinn auf die Formen, beim drapen zu konzentrieren.

Während dieses Prozesses habe ich zwei Merkmale besonders herausgearbeitet.

Durch stark betonte Schultern soll der Unsicherheit von blinden Mitmenschen entgegen gewirkt werde.

Zum anderen liegt der Fokus auf den Arme, welche blinde Menschen immer zuerst erfassen, wenn sie eine, ihnen neue, Person abtasten. Hier verarbeite ich haptisch spannende Materialien, die die Vielfältigkeit des Trägers widerspiegeln. Zusätzlich sind Schlitze oder Reißverschlüsse verarbeitet, um auch die Person unter der Kleidung erreichen zu können.

Die Kollektion ist bewusst Unisex gestaltet, um jeden in dieses Thema mit einzubinden, Mann, Frau, blind oder sehend.

Weitere Einsendungen:

I‘m not afraid to close my eyes – Kreation 1

I‘m not afraid to close my eyes – Kreation 2

 

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