Best of Mode-Design 2018

Beyond Identities – Katharina B., Wennigsen

cubismall5web04Hiermit bewerbe ich mich mit meinem Outfit aus meiner Prêt-à-porter Kollektion Herbst/Winter 18  „Beyond Identities“ für die Kategorie „Modedesign“.

Was bedeutet Identität in der heutigen Zeit? Wer bin ich für meine Mitmenschen und vor allem, wer bin ich für mich selbst? Mit diesen Fragen habe ich mich während meiner Kollektionsentwicklung ausgiebig beschäftigt und mich mit dem Identitätsverhalten der Menschen auseinandergesetzt. Unsere Identitätsentwicklung beruht auf unserer Selbsterkenntnis und unserer Selbstgestaltung. Selbstgestaltung ist eine der wichtigsten Grundlagen für eine Selbstemanzipation und Mode ist dabei ein grundlegendes Mittel für unsere Selbstdarstellung. Sie ermöglicht es uns, Signalwerte die wir unserer Außenwelt bewusst vermitteln möchten, zu unterstützen und gezielt in Szene zu setzten.


Hierbei ist zu beachten, dass die Eigenwahrnehmung und Fremdwahrnehmung des eigenen Statementnicht immer übereinstimmen und die Distanzierung von einer bestimmten Gruppe oftmals mit der Einordnung in eine andere Gruppe verbunden ist. Dieses paradoxe soziologische Phänomen beeinflusst tagtäglich die Psychologie unseres modischen Verhaltens und somit auch unserer Identitätsfindung. Während meiner Recherchen habe ich mich unter anderem mit Künstlern wie Genisis P‘ Orridge beschäftigt und erkannt, dass die Gestaltung unserer Identität sogar über unsere Gender Identity hinausgeht und dass es durchaus möglich ist, mehr als eine Identität in sich zu vereinen. Man sollte sich nicht auf eine Identität beschränken müssen, sondern ins Bewusstsein rufen, dass sie eine ständige Veränderung und Entwicklung bedeutet. Der Veränderungsprozess und die damit einhergehende Vielfältigkeit von Identität wird durch die Kollektion „Beyond Identities“ visualisiert.

Charakteristisch für den Look des Outfits sind die Meshwork-Strukturen in Würfeloptik, welche sich partiell von einer zweidimensionalen zu einer dreidimensionalen Oberfläche entwickeln. Das Muster hat zunächst dem Effekt einer Optischen Täuschung, so wie auch die Fremdwahrnehmung von unseren Mitmenschen oftmals auf Täuschung beruht. Bei einer Temperatur von 22° und ohne strahlende Sonne, ist die Muster in schwarz, grau, weiß gehalten und betont so die faszinierende Wirkung des Musters. Doch es steckt mehr hinter dem Schwarz und Weiß, denn das Besondere an dem Muster ist, dass es durch eine Bearbeitung mit speziellen Farben, die thermochrom oder sunlight sensitiv reagieren, seine Optik auf verschiedene Arten ändern kann. Die verschiedenen Musterpartien wurden mit unterschiedlichen Farben gefärbt, die entweder von einer Farbe zu einer anderen Farbe, von Farbe zu Farblos oder auf UV- Strahlen reagieren. Somit ändert sich der Look je nach Temperatur und Sonneneinstrahlung und sorgt bei dem Date sicher für den ein oder anderen Überraschungsmoment. Das Outfit besticht nicht nur durch seine vielen Facetten, sondern spiegelt auch die Vielfältigkeit der Kundinnen wieder, und bringt ihr Interesse an avantgardistischer Mode zum Ausdruck. Sie lässt sich faszinieren von den Ergebnissen moderner Technik und innovativen Designs, Kunst und Kultur.


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