Best of Mode-Design 2017

Look 1 – Sarah, M., Leinfelden-Echterdingen

SarahMangold_Look1_3[ Was ist Realität? ]

Realität ist das, was wir wahrnehmen und worauf sich die Meisten derer, die das wahrnehmen geeinigt haben.
Nur in sehr begrenztem Umfang präsentiert uns unser Gehirn die Welt, wie sie wirklich ist.
Prinzipiell steht unserem Gehirn ein riesiges Spektrum an Signalen zur Verfügung, jedoch haben wir kein Sensorium um das komplette Spektrum vollständig wahrnehmen zu können. Wir nehmen nur einen kleinen Ausschnitt wahr.
Wir sind es, die festlegen, was ein Objekt ist und in welcher Relation sich die Objekte zueinander verhalten. Unsere Sicht der Welt hängt davon ab, wie unser Gehirn Informationen verarbeitet und als wahr anerkennt.
Das Gehirn erzeugt mit allen Erfahrungen aus unserer Umwelt und unserem Körper ein Ich – ein bewusstes Sein.


Was wir als Ich bezeichnen ist das Zentrum unserer Wahrnehmung.
Wir erleben die Welt nicht wie sie ist, sondern wie wir sind!

Die Welt mit anderen Augen sehen!

[ Autismus ]

Autistische Personen nehmen die Welt aus einem anderen Blickwinkel wahr. Sie haben ein anderes Verständnis für die Gefühle, Gedanken und Vorstellungen anderer. Ihr Einfühlungsvermögen in sich und andere unterscheidet sich von dem der neurotypischen Menschen (Menschen ohne neurologische Störung).
Bei Autismus handelt es sich um eine komplexe Störung der Gehirnentwicklung. So können zum Beispiel Teile des Gehirns, wie dem Kleinhirn komplett anders aufgebaut sein.
Es gibt sehr viele Ausprägungen von Autismus.
Oft fällt es Ihnen schwer Sinneseindrücke zu filtern. Alles, was neurotypische Menschen ausblenden können, müssen sie permanent verarbeiten. Das heißt, dass alle Sinneseindrücke gleich laut, gleich hell, gleich intensiv wahrgenommen werden. Mimik und Gestik anderer Menschen erschließen sich nicht automatisch. Gesichter werden in Einzelteilen wahrgenommen. Das komplette Gesicht als solches kann nur in einzelnen Details gesehen werden!

Die Welt mit anderen Augen sehen!

[ Kollektionsaufbau ]

Ziel der Kollektion ist es diese andere Sichtweise durch eine persönliche Interpretation sichtbar zu machen.
Aufgebaut ist die Kollektion in zwei Ebenen.
Die erste Ebene, die Äußere, stellt dar wie autistische Personen ihre Umwelt wahrnehmen und auf sie wirken. Die Proportionen sind ungewöhnlich verschoben. Es finden partielle Vergrößerungen und Verkleinerungen statt, Teilungsnähte erschaffen viele einzelne Flächen. Hohe Krägen bieten sowohl Schutz und imitieren einen vermeidlichen Rückzugsort; schränken gleichzeitig jedoch die Bewegungsfreiheit ein.
Die zweite Ebene, die Innere, spiegelt die Eigenwahrnehmung und Gedankenwelt wider. Autisten nehmen Sinneseinflüsse visuell wahr. Sie sind in der Lage an mehrere Sachen gleichzeitig zu denken und diese parallel abzuarbeiten. Abseits der Überflutung an Sinneseinflüssen gelingt eine sehr strukturierte, geordnete Denkweise. Locker fallende gemütliche Hosen und geradlinige Kleider repräsentieren diese Strukturen im Inneren und bilden einen Kontrastpunkt zur wilden Außenwelt.
Bei den Materialien findet eine Kombination unterschiedlichster Haptiken statt.
Weiche Stoffe wie (Noppen-) Plüsch oder ein kuscheliger Wollstoff stehen für Geborgenheit. Im Kontrast dazu repräsentieren Anzugstoffe mit Nadelstreifen sowohl Ordnung wie auch den Druck der (Arbeits-/Außen-) Welt.
Verschiedene Stoffe (z.B. Jeansfransen) wurden mit flüssigen Latex übergossen, so dass die einst weichen Formen erstarren.

Die Welt mit anderen Augen sehen!

Weitere Einsendungen:

Look 2 – Sarah, M. Leinfelden-Echterdingen

Look 3 – Sarah, M., Leinfelden-Echterdingen

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